02/2026 - NÖ Landes-Feuerwehrschule, Nachkontrolle

Zusammenfassung

Die Nachkontrolle zum Bericht 9/2017 „NÖ Landes-Feuerwehrschule“ (Vorbericht) ergab, dass von 18 Empfehlungen aus diesem Bericht elf ganz oder großteils, vier teilweise und drei nicht umgesetzt wurden. Damit entsprach das NÖ Feuerwehr- und Sicherheitszentrum als Nachfolgerin der NÖ Landes-Feuerwehrschule den Empfehlungen insgesamt zu 76,5 Prozent.
Noch offen blieben die Empfehlungen, ein Konzept für die interne und externe Kommunikation zu erstellen (Ergebnis 6), den praktischen Nutzen der Lehrinhalte durch eine Umfrage zu evaluieren (Ergebnis 10) und die Bewirtschaftung der Dienstkleidung durch eine sichere elektronische Anwendung zu verbessern (Ergebnis 16). Im Beschaffungswesen fehlten Auftrags- und Vertragsgrundlagen (Ergebnis 17).

6,32 Millionen Euro an Aus- und Einzahlungen im Jahr 2024

Im Jahr 2024 gab das NÖ Feuerwehr- und Sicherheitszentrum insgesamt 6,32 Millionen Euro aus. Davon entfielen 3,32 Millionen Euro oder 52,5 Prozent auf Personal (54 Dienstposten), 2,94 Millionen Euro oder 46,5 Prozent auf Sachaufwand sowie 63.599,77 Euro oder ein Prozent auf Investitionen. Die Auszahlungen lagen damit um 40,1 Prozent über den Ausgaben von 4,51 Millionen Euro im Jahr 2016, in dem 2,66 Millionen Euro oder 59,0 Prozent auf Personal (56 Dienstposten) entfielen.
Die Einzahlungen setzten sich aus den Einzahlungen der operativen und investiven Gebarung von 0,56 Millionen Euro oder neun Prozent sowie aus Erträgen der Feuerschutzsteuer zur Abgangsdeckung von 5,76 Millionen Euro oder 91,0 Prozent zusammen. Diese Erträge stiegen gegenüber dem Vergleichsjahr 2016 um 33,1 Prozent.
Die stichprobenartig überprüften Belege wiesen eine korrekte Kontierung, Veranschlagung und Verrechnung entsprechend der Voranschlags- und Rechnungsabschlussverordnung 2015 – VRV 2015 auf (Ergebnis 1).

Weniger Teilnehmende und Lehrveranstaltungen als 2016

Im Jahr 2024 nahmen 37.657 Personen aus 1.696 Feuerwehren an 1.415 Ausbildungen teil. Das stellte gegenüber dem Jahr 2016 eine Reduktion um 1.543 Teilnehmende dar. Diesen standen 75 Lehrveranstaltungen weniger zur Verfügung, wobei nun 61 E-Learning-Module angeboten und von 5.400 Teilnehmenden angenommen wurden. Das Lehrpersonal blieb mit 22 Dienstposten gleich. Die Anzahl der externen Lehrbeauftragten wurde von 1.084 im Jahr 2016 auf 1.002 im Jahr 2024 reduziert.

Weiterentwicklung der Aufgaben und Organisation

Die Novelle zum NÖ Feuerwehrgesetz 2015 vom 10. Mai 2019 änderte den Namen der NÖ Landes-Feuerwehrschule in NÖ Feuerwehr- und Sicherheitszentrum sowie deren Aufgaben und Organisation. Die Leitung bestand nun aus dem Leiter der Verwaltung und dem Leiter der Ausbildung. Die Ausbildung unterstand nun feuerwehrfachlich dem Landesfeuerwehrkommandanten beziehungsweise dem von ihm bestellten Leiter der Ausbildung. Damit lag die empfohlene Weiterentwicklung der rechtlichen Grundlagen vor (Ergebnis 2).
Das NÖ Feuerwehr- und Sicherheitszentrum überabeitete die internen Richtlinien (Ergebnis 3). Das betraf auch die Aufgaben-, Organisations- und Personalentwicklung, wobei noch kein Personalentwicklungskonzept vorlag (Ergebnis 4), der Arbeitsverteilungsplan noch anzupassen (Ergebnis 5) sowie Personal- und Ausbildungsbedarf weiter zu optimieren waren (Ergebnis 7).
Das Personal der Landeswarnzentrale war nun als Organisationseinheit der Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz IVW4 ausgewiesen (Ergebnis 8).

Verbesserungen bei Ausbildungen und Erfolgskontrollen

Die empfohlene bedarfs- und praxisgerechte Weiterentwicklung des Ausbildungssystems zeigte sich in der Ausbildungsstrategie des NÖ Landesfeuerwehrverbands vom 3. April 2025 sowie im Ausbildungsprogramm. Das betraf die Einführung von E-Learning-Modulen, die Stärkung der praktischen Ausbildung für Führungskräfte und der Spezialausbildungen (Ergebnis 9).
Damit konnte die Anzahl an fehlenden Ausbildungen Ende 2024 und Anfang 2025 gegenüber dem Vergleichsjahr 2015 teilweise abgebaut werden. Die Praxisrelevanz der Lehrinhalte wurde angabegemäß im Rahmen der Dienstaufsicht und des Ausbildungsausschusses hinterfragt und angepasst. Die empfohlene Befragung der Teilnehmenden zwei Jahre nach Abschluss eines Moduls erfolgte jedoch nicht (Ergebnis 10).
Die Verbesserungen bei den Erfolgskontrollen umfassten E-Learning-Module zur Vorbereitung, eine Überarbeitung der schriftlichen Prüfungsfragen, einen mit dem Ausbildungsausschuss abgestimmten Fragenkatalog, digitale Erfolgskontrollen sowie mündliche Erfolgskontrollen mit Fallbeispielen (Ergebnis 11).

Abrechnung von Außenmodulen und Vortragenden

Das NÖ Feuerwehr- und Sicherheitszentrum zahlte Kostenersätze für Außenmodule in den Bezirken, ohne Verwaltungskostenbeiträge für verspätete oder unterbliebene Absagen einzufordern (Ergebnis 12).
Die Abrechnung mit Gastvortragenden und Lehrbeauftragten erfolgte nach der Richtlinie „Gastvortragende NÖ FSZ“, wobei die Entschädigungen (Honorare, Spesen) mit dem NÖ Landesfeuerwehrverband abgestimmt waren (Ergebnis 13).

Dienstbekleidung und Fuhrpark

Das NÖ Feuerwehr- und Sicherheitszentrum überarbeitete die Richtlinie und den Produktkatalog für die Dienstbekleidung (Ergebnis 14), wobei das Punktesystem evaluiert und die jährlichen Punktekontingente angepasst wurden (Ergebnis 15).
Auch die Verleihung von Fahrzeugen aus dem Fuhrpark des NÖ Feuerwehr- und Sicherheitszentrums wurde neu geregelt und erforderte unter anderem einen Beschluss des Landesfeuerwehrrats sowie eine schriftliche Übernahmebescheinigung (Ergebnis 18).

Verbesserungsbedarf bei Beschaffungen und Vergaben

Das NÖ Feuerwehr- und Sicherheitszentrum beschaffte Papier beim Materialamt oder zu niedrigeren Preisen bei einem anderen Anbieter.
Das telefonisch eingeholte Angebot des Bestbieters war dokumentiert.
Für die Abfallbeseitigung, Wäschereinigung und Gebäudereinigung lagen lediglich Preislisten oder Ausschreibungsunterlagen, jedoch keine schriftlichen Verträge vor. Daher war das bestmögliche Preis-Leistungsverhältnis nicht sichergestellt und weitere Verbesserungen erforderlich (Ergebnis 17).
Die NÖ Landesregierung sagte in ihrer Stellungnahme vom 10. Februar 2026 zu, die Empfehlungen des Landesrechnungshofs weiter umzusetzen, wobei insbesondere das Personalentwicklungskonzept und das Kommunikationskonzept noch zu erstellen waren.
Der NÖ Landesfeuerwehrverband gab zum vorläufigen Überprüfungsergebnis keine Stellungnahme ab.